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Chronik

die nächstenTermine:....Auf Grund der Corona-Pandemie ist unser Flugplatz seit dem 07.Mai wieder für Mitglieder geöffnet! "Corona-Verhaltensregeln Bitte beachten"....

Die Geschichte des Bottroper R/C-Clubs und sein Modellflugplatz

 

Der Anfang

 

Es begann Ende der 50èr Jahre.

Der 2.Weltkrieg war gerade mal 15 Jahre vorbei und das Leben normalisierte sich wieder.

Geld war zu der Zeit nicht im Überfluss vorhanden, trotzdem fand sich eine kleine Gruppe von Modellflugbegeisterten zusammen um dem Modellflug zu frönen.

Auf dem Bottroper Donnerberg wurden die ersten zaghaften Versuche unternommen, Modellflugzeuge in die Luft zu bekommen, und dies sogar ferngesteuert.

 

Die Technik steckte noch in den Kinderschuhen. Die Fernsteueranlagen waren alles andere als zuverlässig. Die Besitzer der Modelle waren froh, wenn das Flugmodell auf die Funkbefehle eine Reaktion zeigte. Von einem gezielt gesteuerten Flug war die Mehrzahl der selbst gebauten Modellflugzeuge weit entfernt.

Obwohl es auch schon zu der Zeit Experten gab, welche das Modell und die damalige Technik ganz gut beherrschten.

Es gibt Geschichten von Piloten, welche knapp über dem Boden herflogen und über Ihr eigenes Modell sprangen, und das, obwohl das Flugmodell noch nicht mal über ein angelenktes Höhenruder verfügte.

 

Die 60èr Jahre

1964, das Jahr der Gründung der "Interessengemeinschaft Bottroper R/C Club"

In einer Gaststätte in Kirchhellen wurde der Bottroper R/C Club von 11 kommenden Mitgliedern gegründet.

Als Vereinsgelände und Flugplatz stand ein Acker an der Rolandstrasse zur Verfügung.

Das Gelände war nicht gerade ideal. Nahe an der Innenstadt gelegen und gegenüber einer    Gärtnerei war es nicht für die Ewigkeit bestimmt.

 

Die Technik machte Fortschritte. Die Fernsteuerungen waren immer noch sogenannte TIPP-TIPP Anlagen (auf einen Steuerbefehl folgte ein Vollausschlag des Ruders. Um halbwegs dosierte Steuerbewegungen hinzubekommen, musste man schnell hintereinander den Steuerknüppel kurz antippen). Die Anzahl der gesteuerten Funktionen nahm zu, Höhenruder war üblich und eine Motordrossel auch nicht selten. Neben den typischen Sportmodellen, wie Floride, Auster, Satellit und Cherie gab es zum Beispiel erste vorbildähnliche Modelle von der ME109. Bei den Motoren setzte sich der Glühzünder gegen den Selbstzünder durch.

Diese sogenannten Modelldiesel wurden als Zweitakter mit Petroleum und Äther betrieben. (Die Ehefrauen waren von dem Geruch bei der Lagerung nicht begeistert. Deshalb fand man die Modelle häufig in der Garage wieder).

Die mit Methanol betriebenen Glühzünder waren auch in diesem Punkt überlegen und einfacher in der Handhabung. Die Hubräume bewegten sich zwischen 0,8 ccm und max. 10 ccm. Mit solch einem 10 ccm Brocken war man schon der König.

 

Die Quelle für das Bastelmaterial, vom Balsabrett bis zur Fernsteuerung, war das Geschäft von Rudolf Drache (Bastel Drache). Zudem war Rudolf Drache auch Mitbegründer des Vereins.

 

Bereits Mitte der 60 Jahre stand ein Platzwechsel an. Ein Bauer aus Kirchhellen war bereit, den Modellfliegern einen Acker in der Kirchheller Heide zum Vereinszweck zu verpachten. Das Gelände war sumpfig und der Boden schwer. Dies tat den Modellflugenthusiasten aber keinen Abbruch.

 Am Töttelberg wurde in den folgenden Jahren in unermüdlicher Kleinarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes Grund in das Gelände gebracht. LKW-Ladungen von Kies und Sand wurden verfüllt und Drainagerohre in die Einfahrt gelegt, um so Stück für Stück ein brauchbares Modellfluggelände zu schaffen.

 

Die 70`ger

Der Bottroper R/C Club war angekommen. Das Gelände war für den in dieser Zeit üblichen Modellflugsport tauglich, die Piste gut präpariert und die Mitgliederzahlen stiegen, auch wenn es sich immer noch um eine kleine Minderheit handelte, die dieses Hobby betrieb.

Durch Zufall wurde festgestellt, dass ein Teil des benachbarten Ackers auch zum gepachteten Gelände gehört. Das bewirtschaftete Land wurde noch einmal abgeerntet und anschließend auf diesem Feld ein zweites Stück Modellflugplatz eingerichtet.

Die Startbahnlänge wuchs um weitere 50 Meter und stand nun auch für Querstart zur Verfügung. Was für ein Luxus.

Auf dem Gelände befand sich ein alter Heuschober. Dieser wurde als Aufenthaltsort für kalte Tage hergerichtet. Hier fanden auch die jährlichen, legendären und lang erwarteten Vereinsfeiern statt.

 

Im Jahr 1978 wurde mit Hilfe des THW eine riesige Schutzkonstruktion aus alten Telefonmasten   und Kunststoffseilen errichtet.

Diese in NRW und vielleicht auch in Deutschland einmalige Konstruktion schützt Besucher und Modellflieger von nun an sicher vor vom Weg abgekommene Modelle.

 

Als Vereinsgaststätte hat sich das Lokal „Zum Weißen Igel“ etabliert. Die Gastwirtfamilie Igelbüscher war und ist dem Verein und seinen Mitgliedern immer freundschaftlich verbunden.

 

Bei der Technik hat sich eine Revolution ereignet. Man steuert ab sofort vollproportional und volldigital. Das heißt, die Ruder folgen exakt den Bewegungen des Steuerknüppels. Diese Technik erleichtert das ferngesteuerte Fliegen ungemein und mit der verbesserten Funktechnik wurden die Flugmodelle auch anspruchsvoller und aufwendiger. Nachbauten (Scale Modelle) von Großflugzeugen wurden konstruiert, gebaut und geflogen.

Spannweiten von über 2 Meter wurden erreicht.  Die Antriebstechnik war immer noch mehrheitlich der Zweitakt-Glühzünder-Motor mit bis zu 10 ccm Hubraum.

Schalldämpfern sind inzwischen üblich.

Ende der 70`ger Jahre wurde die 10ccm Grenze durch einen Serienmotor von Hörnlein mit 13 ccm Hubraum durchbrochen, damals einen kleine Sensation.

Mitte der 70`ger begann auch die Ära der Modellhubschrauber.

Die Anfänge waren mühsam. Kreiselsysteme gab es noch nicht und die Menge an Bruchschäden war unbeschreiblich. Die Hubschrauberpiloten verbrachten Stunden mit Hopsern in Bodennähe welche unweigerlich mit Verlusten von Rotorblättern, Hauptrotorwellen und Heckrotoren endeten.

 

 

 

Die 80`ger

Der Verein ist inzwischen eine bekannte Größe in der Kirchheller Heide. Am Wochenende treffen viele Zuschauer ein. Entweder sind es Spaziergänger, die eine Abstecher auf das Gelände machen oder Interessierte, die gezielt in die Heide gekommen sind, um den Modellfliegern zuzuschauen.

 

Der Erhalt des Geländes ist weiterhin aufwendig.

Die Auskiesung um das Gelände herum verändert laufend das Landschaftsbild.

Der Kampf gegen das Grundwasser bleibt weiter ein Hauptthema.

 

1989 feiert der Bottroper R/C Club sein 25 Jähriges bestehen. Aus diesem Anlass veranstaltet der Verein einen Flugtag.

In unregelmäßigen Abständen findet auf dem Flugplatz das sogenannte Jedermannfliegen statt.  Die Veranstaltungen finden großen Anklang und so manches zukünftige Mitglied im Verein hatte hier das erste Mal einen Sender in der Hand.

 

Erstmals zu der Zeit tauchen Impellermodelle auf. Impeller sind starke Zweitaktmotoren, die einen im Rumpf des Modelles liegenden Rotor antreiben. Mit dieser Technik wird der Düsenantrieb simuliert.

Diese Antriebe sind nicht besonders effizient. Gerade in der Startphase schwächelt er gewaltig. Unter Anderem aus diesem Grund erhält der Flugplatz am Töttelberg eine Hartpiste, um das Starten mit diesem Antrieb zu erleichtern.

In Eigenarbeit wird eine große Gewebematte (60 x 8 Meter) ausgelegt. Beim ersten Sturm ging diese fast verloren. Sie wird in einer nächtlichen Aktion von Vereinsmitgliedern erneut befestigt und später weiter gesichert.

 

Zwei weitere technische Neuheiten zeigten sich.

Der Viertaktmotor und die Elektroantriebe.

Beide wurden in den Anfangsjahren belächelt. Die geringe Leistung der Viertaktmotoren und das hohe Gewicht des Elektroantriebes sorgen für vergleichbar schwache Flugleistungen. Die Elektroantriebe eigneten sich nur für ganz leichte Flugmodelle und vorwiegend für Motorsegler.

Während sich der Viertaktmotor mit rascher Leistungssteigerung und seinem sonorem Sound  schnell eine Fangemeinde erwarb, fristete der Elektroantrieb noch eine lange Zeit ein Schattendasein.

Der Verein wird wie zu Beginn von Hubert de Kock als Vorstandsvorsitzender geführt.

 

Die 90`ger

Modellflug ist etabliert. Es gibt einen Dachverband für Modellflieger dem DMFV (Deutscher Modell Flieger Verband). Dieser organisiert das Modellfliegen in ganz Deutschland. 1992 wird aus der Interessegemeinschaft der Bottroper R/C-Club e.V. und die Mehrzahl der Mitglieder tritt dem DMFV bei.

 

Die Fernsteueranlagen sind nahezu perfekt und arbeiten weitgehend störungsfrei. Die Ausrede „Störung“ für einen kapitalen Absturz gilt nur noch selten. Gesendet wird im 35 MHz Bereich.

 

In dieser Zeit kommt eine schlechte Nachricht über den Verein

Der Pachtvertrag wird zum November 1991 durch die Stadt Bottrop gekündigt. Dort hat man Pläne mit dem Gelände. Modellflugplätze sind und bleiben ein seltenes Gut und so leicht bekommt man kein neues Gelände. Nach dem ersten Schock wird nunmehr gehandelt, Gespräche mit der Stadt Bottrop bringen vorübergehende Entwarnung. Der Verein bekommt zwar keinen neuen Pachtvertrag kann aber erst einmal auf dem Gelände bleiben bis Klarheit über den Zeitplan herrscht.

Dies sollte noch 10 Jahre dauern.

 

Der Elektroantrieb erfährt seine Revolution, die LiPo-Akkus (Lithium-Polymer-Akku), gepaart mit sogenannten Bürstenlosen Außenläufer-Elektromotoren, ermöglichen Motorleistungen die dem Verbrennungsmotor um nichts nachstehen oder überflügeln.

Diese leisen und kraftvollen Antriebe verhelfen zu ganz neuen Möglichkeiten.

Was ein dem Bastler vorbehaltenes exotisches Hobby war, wird zu einem industriellen Produkt, welches auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich ist.

 

Auch in der neuen Ära als e.V. ist Hubert de Kock souveräner Vorsitzender und führt den  Verein durch diese schwierige Zeit.

 

Das neue Jahrtausend

Irgendwann war es natürlich soweit.

Die Pläne der Stadt Bottrop nehmen Gestalt an. Ein Badesee soll entstehen und zwar da, wo die Startbahn des Bottroper R/C-Club ist.

Es wird eine Arbeitsgruppe gegründet. Die Stadt hat Ihre Hilfe bei der Suche nach einem passenden Gelände angeboten. Das ist nicht selbstverständlich. Viele Modellflugvereine haben Ihre Flugplätze aus allen möglichen Gründen verloren und nie wieder ein neues Gelände bekommen können.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei der Stadt Bottrop und deren Mitarbeitern für die Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Gelände bedanken. Die Suche beginnt und ist nicht einfach. Der neue Flugplatz soll mit einer Aufstiegserlaubnis versehen sein, d.h. dass Modellflugzeuge bis 25 kg Abfluggewicht darauf starten können sollen.

Damit sind eine Menge Kriterien zu erfüllen. Darüber hinaus ist die Kirchheller Heide Landschaftsschutzgebiet. Während sich die Bagger und Planierraupen bedrohlich der alten Startbahn nähern, wird konzentriert nach einem neuen Gelände gesucht.

Es werden Grundstücke angeschaut und verworfen. Bei anderen Grundstücken lassen sich die Auflagen nicht erfüllen.

 

Endlich ist es dann doch soweit. Ca. 400 Meter entfernt vom alten Flugplatz wird ein geeignetes Gelände ausfindig gemacht. Es sind einige behördliche Hürden zu nehmen, Aktenordner füllen sich mit Dokumenten, doch am Ende wird alles gut.

Der Verein besteht inzwischen aus ca. 70 Mitgliedern. Alle packen mit an und verwandeln nunmehr zum zweiten Mal einen Acker in einen ansehnlichen Modellflugplatz. Viele Arbeitsstunden und fast das gesamte bis dahin angesparte Vereinsvermögen werden investiert.

Es dauert ca. 2 Jahre bis der Flugplatz entstanden ist.

Dann, am 19.06.2010 ist die offizielle Wiedereröffnung.

Es sind alle gekommen, Vertreter der Stadt, vom DMFV und viele Besucher aus der Region und benachbarten Vereinen. Es wird ein schönes Fest an einem freundlichen Samstag.

Was gibt es zur Technik zu sagen? Die Fernsteuerungen sind programmierbare Kleincomputer geworden und bieten fast unbegrenzte Möglichkeiten. Die 2,4 GHZ Funkfrequenz ist eine neue Technologie die Störungen fast unmöglich macht.

Die Modelle wachsen und die Hubräume der Verbrennungsmotoren erreichen bis 200ccm und mehr.

Die gesamte Palette der großen Flugzeug-Vorbilder wir nachgebaut.

Im April 2011 startet das erste mit einer Modell-Strahlturbine ausgerüstete Modellflugzeug   vom Gelände des Bottroper R/C-Club e. V.

Zu den Aktiven Mitgliedern zählen inzwischen auch die Enkel des ehemaligen Vereinsgründers und aktuellen Ehrenvorsitzenden.

Die Zukunft hat begonnen .........

Im Jahre 2014 beging der Verein sein 50stes Jubiläum mit einer Feier verbunden mit einem Flugtag

           

Die Zukunft geht weiter .........

 

* Bottroper R/C-Club e.V. * *Modellflugsportverein * * Seit 1964 *

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